„Die 9 Zwerge und der böse Wolf“
Theaterprojekt im Kinderhaus St. Benedikt
Mit viel Fantasie, gegenseitiger Unterstützung und strahlenden Kinderaugen entstand im Kinderhaus St. Benedikt ein ganz besonderes Theaterprojekt. Über zwölf Tage entwickelten Kinder aus der Tiger‑ und der Regenbogen‑Gruppe gemeinsam das Stück „Die 9 Zwerge und der böse Wolf“ – von der ersten Idee bis zur Aufführung auf einer richtigen Bühne. Begleitet von Theaterpädagogin Pia Maria Corvino.
Begonnen hat das Projekt mit zehn Kindern. Jedes Kind durfte selbst entscheiden, wie weit es sich einbringen möchte. Ein Kind stellte früh fest, dass es nicht vor Publikum auftreten möchte, ein weiteres kam im Laufe des Projekts nicht mehr in den Kindergarten, und ein Kind wurde krank. Diese Veränderungen wurden behutsam aufgefangen. Am Ende standen acht Kinder regelmäßig auf der Bühne – getragen von einer Gruppe, die zusammenhielt.
In rund 16 Proben, die flexibel am Vor- oder Nachmittag stattfanden, wurde gemeinsam geübt. Mal probten alle Kinder zusammen, mal in kleinen Gruppen. Besonders schön: Auch jüngere Kinder, die immer wieder zuschauten, wurden Teil des Projekts. So konnte bei Ausfällen spontan eine begeisterte kleine „Ersatz-Zwergin“ aus der Tigergruppe einspringen – ein Moment, der zeigte, wie offen und ermutigend das Projekt für alle Kinder war.
Richtiger Theatersaal mit Scheinwerfern und Vorhang
Das Besondere im Kinderhaus St. Benedikt: Es steht ein richtiger Theatersaal zur Verfügung – mit Vorhang, Scheinwerfern und echter Bühnenatmosphäre. Für viele Kinder war es eine ganz neue Erfahrung, auf einer beleuchteten Bühne zu stehen, den Vorhang zu öffnen und Teil eines „echten“ Theatermoments zu sein.
Die Geschichte selbst entstand aus den Wünschen der Kinder. Einige wollten Zwerge sein, ein Kind hatte große Freude an der Rolle des Wolfes, ein anderes wollte ein Clown sein und wieder ein anderes besonders stark. Gemeinsam fiel die Entscheidung, dass alle Kinder Zwerge spielen – jeder mit einer Besonderheit, die zu ihm passt. So entwickelten sich Figuren wie der starke Zwerg, der Angstzwerg, die lustige Zwergin, der Weinzwerg, die Trostzwerge und die Schlauzwergin. In diesen Rollen konnten die Kinder sich ausprobieren, mutig sein und ihre Persönlichkeit zeigen.
Auch das Bühnenbild war etwas ganz Besonderes: Theaterpädagogin Pia Maria Corvino arbeitete mit digitalen Bühnenbildern, die mithilfe eines Beamers direkt an die Bühnenwand projiziert wurden. So verwandelte sich die Bühne immer wieder aufs Neue – vom Wald bis zu geheimnisvollen Szenen – und die Kinder konnten ganz in ihre Geschichte eintauchen. Diese Verbindung aus Theater, Fantasie und moderner Technik machte das Spiel für die Kinder besonders lebendig.
Kinderhausleitung übernahm Schneewittchen-Rolle
Schnell wurde klar, dass zur Geschichte auch Schneewittchen gehört. Da jedoch kein Kind diese Rolle übernehmen wollte, entstand eine liebevolle Lösung: Erwachsene aus dem Kinderhaus sprangen ein. Bei der Generalprobe spielte Erzieherin Marina Micic Schneewittchen, bei der Aufführung übernahm dann die Kinderhausleitung Olga Solodownikow diese Rolle. Für die Kinder war das eine große Freude, vertraute Erwachsene einmal ganz anders zu erleben.
Inhaltlich knüpft das Stück an das bekannte Märchen an: Schneewittchen lebt bereits beim Prinzen, doch ein böser Wolf, ein Verbündeter der Hexe, ist weiterhin auf der Suche nach ihr. Mit viel Humor und Spannung erleben die Zwerge, wie der Wolf sie austricksen will – etwa getarnt als Busch oder durch falsche Wegbeschreibungen. Am Ende finden alle Schneewittchen regungslos im Wald. Die Sorge ist groß, doch sie erwacht wieder. Die zentrale Botschaft des Stücks wird in ihren Worten deutlich: „Vertrauen ist Leben. Ich vertraue dem, was mir das Leben bringt, aber ich entscheide, was gut für mich ist.“
Für die Kinder war das Theaterprojekt eine wertvolle Erfahrung: Sie durften sich zeigen, Verantwortung übernehmen und erleben, wie viel Freude gemeinsames Gestalten machen kann.
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