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Gemeinsam kreativ

Alt und Jung basteln sommerliche Tonfiguren

Eine Kindergartengruppe im Seniorenheim: Seit zehn Jahren bringt der St. Vinzentius-Zentralverein unter dem Motto „Jung trifft Alt“ Senioren und Kindergartenkinder zusammen. Ein Vormittag im Kunstraum des Vincentinums.

Kinderhände formen eine Figur aus Ton, gegenüber entsteht ein Bild vom Meer. Im Kunstraum sitzen Senioren und Kinder zusammen an den Tischreihen und werden kreativ: Die Kleinen greifen begeistert in den Ton, die Älteren malen Bilder oder helfen den Kindern mit ihren Figuren. Ungefähr einmal im Monat treffen sich im Münchner Pflegeheim Vincentinum Alt und Jung zum Essen, Quatschen, für Ausflüge oder zum Basteln – diesmal zum Thema Sommer und Strand. 

Wenn Generationen ins Gespräch kommen 

Der 84-jährige Herr Biersack war früher selbst Künstler von Beruf, jetzt erzählt er den Kindern von seinem Leben. Genau diese Momente schätzt Kunsttherapeut Christian Häusler in seinen Stunden besonders: „Ich merke, dass das den Senioren Freude bringt. Wenn ich sehe, dass jemand ohne Anleitung anfängt, mit den Kindern zu reden, das finde ich am schönsten.“ 

Die Kunsttherapie findet im Vincentinum jede Woche statt. Manchmal kommen die Kinder aus dem Herz-Jesu-Kindergarten dazu – auf das Malen und Basteln freuen sich viele von ihnen am meisten, so auch der 5-jährige Jonathan. Und auch Herr Biersack genießt es, den Kleinen seine Leidenschaft weiterzugeben: „Beim Zeichnen ist es auch wichtig, dass man nur zuschaut, dass man sieht, was andere machen. Ich finde toll, wie die Kinder die Augen aufmachen und schauen, wie sie etwas machen können – und dass sie dabei so begeistert sind.“ 

Gewinn für Jung und Alt 

Die Freude auf den Besuch der Kindergartengruppe starte schon Wochen vorher, so Häusler. Sobald ein neuer Termin feststehe, sei die Aufregung unter den Bewohnern spürbar. Auch Erzieherin Olga Kitzou aus dem Kindergarten Herz Jesu sieht das Glück bei Kindern und Senioren während ihrer Besuche: „Wenn die Kinder kommen, lachen die Senioren aus der Seele heraus. Sie werden auch zu Kindern in diesen Minuten, in denen sie lachen und von ihrer Kindheit erzählen.“ 

Ebenso gut würden die gemeinsamen Aktionen den Kindergartenkindern tun. Ein Grund: Die Großeltern vieler Kinder wohnen nicht in der näheren Umgebung – und seien deshalb nicht alltäglich erreichbar. Davon erzählt auch die 4-jährige Mia. Sie freut sich besonders über das Bastelmotto Sommer, denn den kann sie kaum erwarten: „Wir fliegen zu Opa Costa nach Griechenland. Dann können wir an den Strand gehen und ins Meer.“ Deshalb bereichert der Kontakt zwischen Jung und Alt beide Seiten, meint Georg Fleischer. Er ist für die Freizeitgestaltung im Vincentinum zuständig und leitet das Projekt. „Dann treffen die Kinder auch mal auf ältere Menschen – da ist es einfach schön, wenn man hier mit Freude und unvoreingenommen aufeinander zugeht. Da haben beide einen großen Gewinn voneinander.“ 

Während die Tonfiguren zum Trocknen vorsichtig ins Regal gestellt werden, verabschieden sich die Kinder. In Zweierreihen machen sie sich auf den Rückweg in den Kindergarten; auch für die Senioren geht es zurück auf die Zimmer. Was bleibt, ist die Vorfreude auf den nächsten Besuch.

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