Nataly Rodriguez
Empathische Zuhörerin mit Motorrad-Führerschein

(Copyright Fotos: privat)
Um 6 Uhr in der Früh klingelt bei Nataly Rodriguez der Wecker. Die 28-Jährige schlüpft in ihre Joggingschuhe und läuft eine Runde. Nach dem Frühstück startet sie dann ihr Motorrad und schlängelt sich durch den dichten Verkehr in Bogotá zu ihrem Job. Die studierte Sozialarbeiterin hat bisher mit Kindern und Familien gearbeitet, die Gewalt erlebt haben. Doch nun hat sie neue Pläne. Schon bald lässt sie ihr Leben in Kolumbiens Hauptstadt, ihrer Geburtsstadt, hinter sich, um im oberbayerischen Grunertshofen neu anzufangen.
Nataly Rodriguez, die vollständig Nataly Johana Rodriguez Pulido heißt (spanische Namen bestehen aus Vornamen und zwei Nachnamen: dem ersten Nachnamen des Vaters und dem ersten Nachnamen der Mutter), ist in Bogotá geboren und aufgewachsen. „Bogotá ist eine große Stadt mit vielen Menschen, viel Verkehr und einem lebendigen kulturellen Leben. Es gibt moderne Stadtteile, aber auch viele grüne Parks und Berge in der Umgebung“, erzählt Rodriguez über ihre Heimat. 2019 schließt sie ihr Studium im Bereich Soziale Arbeit ab und arbeitet seitdem in psychosozialen Projekten.
„Ich kann besonders gut mit Menschen arbeiten, gut zuhören und empathisch auf andere eingehen. Außerdem bin ich verantwortungsbewusst und gut organisiert“, erzählt Nataly Rodriguez über sich. Neben dem Joggen sei Inlineskaten ein Hobby von ihr. Außerdem liest sie gerne und schaut gerne Filme.
„Ich habe mich vor einiger Zeit entschieden, in Deutschland zu arbeiten, weil mich das Land seit meiner Kindheit fasziniert“, erklärt die junge Frau. Sie sehe in Deutschland gute Möglichkeiten, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln. „Ich glaube, dass mich in Deutschland eine neue Kultur, viel Ordnung und ein anderes Alltagsleben erwarten. Ich rechne auch mit neuen beruflichen Herausforderungen.“ Sie freue sich schon darauf, ihre beruflichen Erfahrungen einzubringen, Menschen zu helfen – besonders Kindern und Jugendlichen – und neue Arbeitsweisen kennenzulernen.
Bislang hat Nataly Rodriguez zu Hause bei ihren Eltern gewohnt. Sie ist Einzelkind. Dass sie bald über 9.000 Kilometer und mindestens zwölf Flugstunden entfernt von ihrer Familie leben und arbeiten wird, werde am Anfang nicht leicht sein. „Aber ich bin motiviert und werde regelmäßig Kontakt zu meiner Familie und meinen Freunden halten. Das Wichtigste ist jedoch, dass ich mit diesem Schritt meinen größten Traum erfülle, nämlich in Deutschland zu leben, was mir vieles leichter macht. Außerdem sind meine Familie und meine Freunde sehr stolz auf mich.“